Workshop „Kultur – Macht – Diskriminierung“

Der IJEL e.V organisiert regelmäßig verschiedene kulturelle und/oder politische Seminare zu Themen wie: Rassismus, Kultur, etc. Vom 21.11. bis 22.11. organisierte der IJEL e.V. zusammen mit glokal e.V. einen Workshop unter dem Thema: „Kultur – Macht – Diskriminierung“. Das Seminar leiteten die Trainerinnen Kristina Kontzi und Patricia Grothe, die Durchführung insgesamt übernahm der IJEL e.V.. Es wurde ein Themenkomplex zu Kultur, Macht und Diskriminierung aus verschiedenen Teilbereichen erarbeitet. Dazu zählen: Postkoloniale Theorien, Begriffe der Inter- und Transkultur, ein Anti-Diskriminierungsmodell und Anti-Bias-Ansatz sowie Methoden des „Theaters der Unterdrückten“ nach Augusto Boal. Ziel war es, ein Verständnis für den Zusammenhang von kolonialen Kontinuitäten, Machtschieflagen und „Kultur“ zu entwickeln. Darüber hinaus sollte ein Praxistransfer stattfinden, indem die erarbeiteten Themen auf den eigenen Verein (IJELe.V.) und dessen Arbeit übertragen wurden. Dabei wurde sich vor allem auf die Reflexion interner Vereinsstrukturen konzentriert, da dies die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit anderen Organisationen bildet.

Die Auseinandersetzung mit dem Kulturbegriff und dessen Definition, war für uns als Verein, der international – und somit in unterschiedlichen kulturellen Hintergründen – tätig ist, von großer Bedeutung.

„Das vornehme Wort Kultur tritt anstelle des verpönten Ausdrucks Rasse, bleibt aber ein bloßes Deckbild für den brutalen Herrschaftsanspruch“ (Theodor W. Adorno, 1950)

So haben wir den Kulturbegriff generell hinterfragt und durchleuchtet und verschiedene Konzepte von Kultur bearbeitet. Das Konzept der Interkultur beschreibt das Aufeinandertreffen wie verschiedener Kulturen, wobei es zum Austausch zwischen diesen Kulturen kommt. Im Gegensatz hierzu findet der Austausch im Ansatz der Transkultur wechselseitig statt. Die Individuen der beiden Kulturen interagieren alle miteinander und es entsteht etwas gemeinsames Drittes. Transkultur ist werde zeitlich noch räumlich begrenzt

und ist nicht als homogen oder geschlossen zu sehen. Kulturen in einem transkulturellen Verständnis sind komplex, dynamisch und hybrid.

Zum Schluss des Seminars entwickelten wir zusammen mit den Seminarleiterinnen einen Handlungsplan: Dieser Handlungsplan richtet sich vor allem an die Implementation von neuen Erkenntnissen und Definitionen in die Strukturen unserer Arbeit; u.a. die Verbesserung von Wissenstransfer, die Dokumentation des vereinsinternen Wissens, Kommunikationswege in Richtung unserer Zielgruppen sowie der Ausbau der Feedbackstrukturen.