Mexiko 2015

Interkulturelle Jugendbegegnung: Mexiko

Die Jugendbegegnung in Mexiko, an der acht Hamburger_innen und eine Jugendleiterin teilnahmen, fand in diesem Jahr vom 19. Juli – 09. August statt. Aus gesundheitlichen Gründen konnte die zweite Begleitperson nach ihrer Mithilfe in der Vorbereitungsphase leider selbst nicht mitfliegen.

Die Jugenbegnung war die Rückbegegnung des Projektes aus 2014, als uns die mexikanische Gruppe in Hamburg besucht hatte und war von allen Teilnehmer_innen von Anfang an und trotz der Nachricht darüber, dass nur eine Begleitperson mitreisen konnte, in höchstem Ausmaß erwünscht. Bis zur endgültigen Bildung der Reisegruppe verging Zeit, aber die tolle Gruppendynamik, Motivation und engagierte Anteilnahme der Vorbereitungstreffen ließ die Vorfreude auf das Projekt von Tag zu Tag steigen. 5 Mädchen und 3 Jungen hatten sich entschieden, im Rahmen unserer Jugendbegegnung ihre eigene Kultur zu vermitteln und von der neuen Kultur zu lernen.

Wissbegierde, Freundschaften, kulturelle Öffnung und Toleranz standen ebenso im Mittelpunkt des Projektes wie die aktive Einbringung eines jeden um sich persönlich und sozial weiterzuentwickeln. Kurzfristig spiegelt sich dieses zum Beispiel darin, dass alle Teilnehmer_innen auch an der Entwicklung und Ausfertigung des Programms beteiligt sind. Schon in den Vorbereitungstreffen, zu denen wir uns seit Ende April regelmäßig in den Räumen des IJEL e.V. getroffen hatten, wurden Themen wie z.B. kulturelle Vorurteile und persönliche Erfahrungen mit Rassismen und dem eigenen Migrationshintergrund von den Gruppenmitglieder_innen selbst in den Diskussionskreis geworfen, woraufhin wir die Themen aus verschiedenen Perspektiven aus bearbeiteten. Bis auf einen Teilnehmer war es für alle die erste Reise nach Mexiko und für einige die erste Reise nach Lateinamerika.

Als Verein möchten wir jeder/m Einzelnen dazu verhelfen, soziale Kompetenzen auszubauen, sich selbst und andere zu erleben und sich zu vernetzen. Dazu gehört auch, eventuelle Unsicherheiten (etwa aufgrund von nicht vorhandenen Fremdsprachenkenntnissen) zu kommunizieren und zu überwinden, wobei ihnen stets Hilfestellungen und Ansporn seitens der Projektleiterinnen gewährleistet wurden. Das Thema Gender wurde bereits in der Vorbereitungsphase thematisiert; auch, weil diverse

Vorstellungen von Geschlechterrollen in Mexiko vorherrschten. Vor Ort kam es in keinem Moment zu Konflikten oder Schwierigkeiten aufgrund von Geschlechterrollen.

Gemäß unserer vereinsinternen Wertevorstellungen und Leitideen ist jede und jeder während der gesamten Maßnahme auf allen Ebenen gleichberechtigt behandelt worden und dazu motiviert, Meinungen, Ideen und Gefühle stets frei zu äußern. Noch aus Hamburg wurden so etwa der aus Mexiko vorgeschlagene Programmentwurf der Begegnung weiterentwickelt und gemeinsame Skypetreffen zwischen der deutschen und mexikanischen Gruppe organisiert. Die Kommunikationswege unter allen deutschen und mexikanischen Teilnehmer_innen wurden so frühzeitig angekurbelt.

Uns standen bevor: ca. 20 Stunden Anreise, 21 Tage in Mexiko und unzählige unersetzliche Momente. Unsere Partnerorganisation Impulso Integral Universitario in Guadalajara im Bundesstaat Jalisco ist eine Studentenorganisation, dessen Mitglieder sich ehrenamtlich engagieren Sie hatte ein sehr abwechslungsreiches Kulturprogramm für und mit uns geplant, das zum Teil vom Bundesstaat selbst finanziell unterstützt wird. Am 19. Juli wurden wir in der mexikanischen Hauptstadt direkt von 3 Mexikaner_innen empfangen und erlebten dort drei unvergessliche Tage bis es in unsere Partnerstadt ging.

Spanisch wurde unter allen schnell zur Sprache, auf der am meisten kommuniziert wurde und vor allem, Tag für Tag besser. Die deutschen Teilnehmer_innen legten bereits nach den ersten drei Tagen am Ankunftsort Mexiko-Stadt ihre anfänglichen Ängste davor, sprachlich unsicher zu scheinen, ab. Durch Input über historische Daten und Führungen konnte die mexikanische Kultur ebenso vermittelt werden, wie etwa durch die Unterbringung in Gastfamilien, bei denen wir an Tag 4 in Guadalajara ankamen. Dort standen direkt eine riesige Willkommensfeier mit Familien und sogar eine kleine Internetradiopräsenz der Jugendleiterinnen aus beiden Nationen an. Viel Engagement und Liebeswürdigkeit stützten das bunte Programm aus Stadtführungen, Ausflügen, Workshops zur verschiedenen Themen wie z.B. Kultur und Interkulturalität, und Handwerkskunst vom ersten bis zum letzten Tag. Am Ende wurde es mit einem von allem ersehnten und genossenen Familientag abgerundet.

Im InstitutoJaliscience de la Juventud (IJJ) hatten wir dann noch eine kleine Pressekonferenz, in der die Leiterinnen der Begegnungen, sowie ein deutscher Teilnehmer und eine mexikanische Teilnehmerin ihre Erfahrungen und den Mehrwert unseres Projektes der Öffentlichkeit darstellten.

Auszüge aus dem Tagebuch der deutschen Gruppe:

„Das Beste an Chapala für mich allerdings war die spontane Bootsfahrt auf eine wirklich winzige Insel, die den Namen „Isla de los alcatrazes“ (Insel der Pelikane) trägt. In zwei Motorbooten fuhren wir ca. 10 min über den größten See Mexiko auf die kleine Insel, die zwar schon eine kleine Touristenattraktion geworden ist, allerdings trotzdem noch ein wunderschönes Naturparadies darstellte, mit einer Vielzahl von exotischen Pflanzen. Wieder am Festland angekommen waren wir alle sehr hungrig und fuhren deshalb schnell weiter zu Linas Tante, die in Chapala wohnt und uns diesen Nachmittag lecker bekochte. Nach dem Essen hatten wir innerhalb der deutschen Gruppe eine kurze Evaluation, was die bisherigen Aktivitäten und auch das Zusammenleben in den Familien anging. In der Zeit bereiteten die Mexikaner schon einmal drei Spiele vor die wir direkt im Anschluss spielten und von denen vor allem dasSpiel mit den Handtüchern und den Wasserbomben sehr viel Spaß machte.“„Nach Gesprächen mit einigen Mexikanern stellte sich dann heraus, dass die Wurzeln dieser beliebten Musikrichtung sogar in der deutschen Blasmusik liegen und mit einer mexikanischen Note versehen wurden. Nachdem fast alle unserer Gruppe auf der Tanzfläche ins Schwitzen gerieten, wurde die Rückreise angetreten auf der viel gesungen wurde und die somit sehr unterhaltsam war.“

Am letzten Tag ging die Begegnung mit unserer interkulturellen Abschiedsfeier zu Ende, die von allen deutschen Teilnehmer_innen gleichermaßen auf die Beine gestellt wurde und die die Lebendigkeit und menschliche Nähe wiederspiegelte, die in den letzten 3 Wochen entstanden waren. Die Nachbereitungstreffen der deutschen Gruppe zurück in Hamburg dienten der Reflexion und Auswertung der Begegnung, sowie der Festigung der neu geschlossenen sozialen Bindungen.IMAG3999 IMAG4068 IMAG4112_1 P1070455 P1070463 P1070482 P1070538 P1070676