Kuba 2015

Interkulturelle Jugendbegegnung: KUBA – Kubanische Künstler_innen in Hamburg

Für den Besuch der kubanischen Künsterler_innen in Hamburg war es uns wichtig einen sicheren Raum zu schaffen, in dem sich die Jugendlichen aus Deutschland und Kuba über ihre Lebensrealitäten, Ideen und Meinungen austauschen konnten. Des Weiteren sollte durch einen Theaterworkshop der Gruppenzusammenhalt gestärkt werden.

Erfreulich war, dass von Seiten der Hamburger Jugendlichen großes Interesse an einer Teilnahme der Jugendbegegnung bestand. Das Verständnis von Kultur und Kunst für beide Länder spielte eine zentrale Rolle für die Jugendbegegnung. Wir näherten uns unterschiedlichen Formen der Kulturproduktion an und machten die implizierten Herausforderungen dabei sichtbar. Dies geschah unter anderem durch den Besuch diverser Museen. So fuhr die Gruppe für ein Wochenende nach Berlin und sowohl die deutsche als auch die kubanische Gruppe lernte ein Stück der deutschen Geschichte anschaulich durch einen historischen Stadtrundgang wie auch durch den Besuch der Ausstellung „Topographie des Terrors“ kennen.

Während der Jugendbegegnung spielte der Austausch über verschiedene Ansichten, sowie die Sensibilisierung für andere Lebens- und Denkweisen eine wichtige Rolle für die Reflexionsrunden in Rahmen der Jugendbegegnung. Anlässlich der gegenwärtigen Zahlen der geflüchteten Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, wurde auch dazu eine Diskussionsrunde gehalten Um die Geschichte Hamburgs ein wenig zu durchleuchten, trafen sich die Gruppenteilnehmer_innen im Historischen Museum Hamburg. Es wurde in Kooperation mit dem Frappant e.V eine Ausstellung unter dem Namen „De tu país a tu Raiz“ organisiert und durchgeführt. Zur Vorbereitung auf die Ausstellung nahm die Gruppe an einem Workshop, der eigens für die Ausstellung konzipiert wurde. Die Gruppe gestaltete

dafür die Austellung, die neben den afgehängten Bildern, ebenfalls mit musikalischer und Tanzuntermalung stattfand.

Im Rahmen der Jugendbegegnung sollten auch unterschiedliche Lebensweisen thematisiert werden. Hierfür verabschiedete sich die Gruppe für „zwei ökologische Tage“ von der Stadt und fuhr aufs Land. Die Teilnehmenden konnten so alternative Energiegewinnung und Milchproduktion kennenlernen wie auch das Landleben im Norden Deutschlands.

Partizipation und Teilhabe waren wichtige Ziele der Jugendbegegnung. Aus diesem Grund wurden die Teilnehmer_innen in der Phase der Vorbereitungen miteinbezogen. So wurde beispielsweise das erwähnte Programm gemeinsam gestaltet und es fanden regelmäßig Evaluationen statt, die für beide Seiten in konstruktiver Kritik mündeten.

Die Teilnehmerr_innen waren bei der Auswahl der Programmaktivitäten und der Workshops zwar unterschiedlich stark beteiligt, aber besonderen Wert wurde auf die Vielfältigkeit und den Abwechslungsreichtum gelegt, damit der Ablauf der Jugendbegegnung für alle interessante und wissenswerte Elemente enthielt. Es wurde Raum für partizipative und individuelle Freizeitgestaltung geschaffen, sodass die Jugendlichen außerhalb des Programms spontane und „Alltags“-Aktivitäten ausüben und sich somit in einem persönlicheren Umfeld begegnen konnten.

Die Nachbereitung der Jugendbegegnung basierte auf den Aussagen der kubanischen Teilnehmer_innen, die durch Plakate und Protokolle festgehalten wurden. Insgesamt konnten die Teilnehmer_innen ihre Erfahrungen über Unterschiede und Gemeinsamkeiten einsetzen. Mehrfachidentitäten wurden deutlich und ein Verständnis von Deutschland als Einwanderungsland konnte dadurch gefördert werden. Konstruktionen von „Deutsch“ und „Nicht- Deutsch“ konnten gebrochen werden, denn in den Gesprächen und der Auswertung wurde deutlich, inwiefern es nicht darum geht, das Eine oder das Andere zu sein, sondern eine

Mischung aus hybriden Identitäten und Lebensperspektiven.