Kuba 2012

Aufenthalt der Jugendlichen aus Bayamo in Hamburg

Am 26. September 2012 trafen die mit eigenen Kunstwerken bepackten KubanerInnen im Büro des IJEL e.V. ein, wo sodann eine kleine Vorstellungsrunde mit den Freiwilligen und den PraktikantInnen stattfand. Nachdem wir ein paar im Voraus vorbereitete Lunchpakete für den Tag verteilt hatten, sind die beiden Künstler der Gruppe zusammen mit einer Praktikumskollegin und mir zum Atelier eines Hamburger Künstlers gefahren, bei dem wir einen Termin zum Bespannen der mitgebrachten Kunstwerke hatten. Sinn und Zweck dieser Arbeit war es die im Vorfeld geplante Kunstausstellung „A lo Cubano“im Kulturzentrum MOTTE vorzubereiten.

Nach siebenstündiger handwerklicher Tätigkeit gesellten wir uns am Abend zum Rest der Gruppe, der mittlerweile mit den Verhaltensregeln und dem allmorgendlichen Treffpunkt an der U-Bahn Station „Sternschanze“ vertraut gemacht wurden und nun im Weinhaus „Vino Andino“ auf uns warteten, um mit uns zu Abend zu essen.

Am nächsten Tag trafen wir uns mit der Gruppe um halb zehn an der „Sternschanze“, dem vereinbarten Treffpunkt, um gemeinsam zu einem Empfang in einer privaten Ganztagsschule, der Stadtteilschule in St. Georg, zu gehen. Dort wurde den Kubanern und Kubanerinnen das deutsche Schulsystem näher gebracht und sie stellten sich in einer Spanisch-stunde den deutschen Schülern vor.

Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg zum Museum für Hamburgische Geschichte, für welches wir freien Eintritt erhalten hatten.

Am Abend eröffnete Lena vom IJEL pünktlich und in Anwesenheit vieler Freunde und Bekannte aber auch vieler Neugieriger, mit einer kurzen Rede feierlich die bereits erwähnte Kunstausstellung.

Am Freitag ging es für uns nach Bremenf ür einen Tagesausflug. Dort trafen wir uns zunächst mit dem Künstler Jorge Lázaro Pérez Fraga, genannt „Papucho“, der auf Kuba geboren und in Havanna aufgewachsen ist. Heute lebt er in Bremen. Bevor wir in sein Atelier gingen, zeigte er uns die Innenstadt. Neben den üblichen Sehenswürdigkeiten wie den Bremer Stadtmusikanten, dem Dom St. Petri, dem Roland, der Bötcherstraße und dem Schnoorviertel, besuchten wir auch kurz ein großes Einkaufszentrum. Was für uns ganz banal und alltäglich erscheinen mag, ist für die jungen Kubanerinnen und Kubaner, die noch nie zuvor in einem „kapitalistischen“ Land gewesen sind, eine eindrucksvolle Erfahrung.

Am späten Nachmittag traten wir unseren Heimweg an und boten der Gruppe neben eines freien Nachmittags einen Besuch in der Parkanlage „Planten un Bloomen“ an, in der vom 1. Mai bis 30. September täglich farbige Wasserlichtkonzerte stattfinden.

Der Samstag war für den Besuch einer weiteren Hansestadt vorgesehen: Lübeck. Der Stadtrundgang, bei dem wir auch das berühmte Holstentor besuchten, gab den kubanischen Gästen einen ersten allgemeinen Überblick der Hansestädte. Ferner bestiegen wir den Turm der St. Petri Kirche, von dem aus man einen 365°-Blick über die norddeutsche Stadt genießen kann.

Am Montag den 1. Oktober 2012 wurden wir im Hamburger Rathaus gastfreundlich empfangen und nach einem kurzen Gespräch über die Stadtgeschichte Hamburgs durch das historische Gebäude geführt.

Den Nachmittag verbrachten wir damit, eine Bootsfahrt auf der Elbe zu unternehmen. Trotz des Windes und der Kälte, ließen sich die KubanerInnen nicht die Laune verderben. Der folgende Tag war für den Empfang in der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration vorgesehen. Die Behörde fördert den Verein schon seit Jahren und bereitete uns an diesem Tag einen angenehmen Empfang, bei dem wir unter anderem über soziale und politische Themen diskutierten. Zum Schluss begeisterte die Gruppe die Gastgeber noch mit einer Kostprobe ihrer traditionellen „Son“-Musik. Im Anschluss daran besuchten wir das Speicherstadtmuseum in der Hafen-City, in dem wir eine kostenlose Führung auf Spanisch erhielten.

Der Höhepunkt dieser Woche war für die Jugendlichen aus Kuba sicherlich der Ausflug in den Kletterwald Hamburg.

Das Wochenende verbrachten wir in Berlin. Dort wurden wir von kubanischen Botschaft empfangen. Ausserdem besuchten wir den Bundestag sowie machten eine Stadttour.

Zurück in Hamburg besuchten wir unter anderem die Holstenbrauerei und das ehemalige Konzentrationslager Neuengamme. Es ging uns bei der Führung durch die Gedenkstätte Neuengamme zum einen darum, den jungen KubanernInnen ein Bild von der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands zu geben und zum anderen darum zu zeigen, welcher Wandel der deutschen Gesellschaft hin zu einer multikulturellen, offenen Gesellschaft stattgefunden hat. Andererseits hat ein Stadtrundgang mit einem Mitarbeiter des Straßenmagazins „Hinz & Kunzt“ auch die Schattenseite der freien Marktwirtschaft aufgedeckt, in der es auch immer eine große Anzahl an Benachteiligten geben wird.

Des Weiteren liefen auch die Vorbereitungen für das Lateinamerikafestival, welche darin bestanden Plakate anzubringen, Flyer zu verteilen sowie am Veranstaltungsort Bar, Tische und Bänke aufzubauen. Für die KubanerInnen war das Festival eine tolle Gelegenheit ihre Kultur zu präsentieren und mit dem Publikum zu teilen. Am Montag, den 15. Oktober begleitete Bettina Bello die Gruppe aus Bayamo zum Frankfurter Flughafen, von wo aus sie am Nachmittag leider schon ihre Heimreise antraten.