Chile 2016

Interkulturelle Begegnung Chile – Hamburg Rückaustausch der chilenischen Gruppe in HH

Vom 3.Oktober bis zum 24. Oktober waren unsere Gäste aus Chile für drei Wochen in Hamburg. Im Zuge des Rückaustausches zum letztjährigen Besuch der Hamburger Gruppe in Santiago de Chile, konnten wir 15 Jugendliche aus der Hauptstadt Chiles begrüßen.

Die Vorbereitung und Organisation der Begegnung hatten seit April begonnen. Die Gruppe auf Hamburger Seite bestand zum größten Teil aus den Teilnehmer*innen des Vorjahres. Zur Unterstützung wurde ein Praktikantin in die Gruppe integriert, die im August voll mit in die Arbeit eingestiegen war. Gemeinschaftlich und in regelmäßigen Treffen wurden administrative Aufgaben aufgeteilt und das Programm geplant und organisiert.

Ähnlich wie in Chile waren die Teilnehmer*innen in Gastfamilien untergebracht. Da einige der letztjährigen Teilnehmer*innen ebenfalls als Gastfamilien fungierten, konnte so eine intensive und sehr freundschaftliche Gruppendynamik entstehen.

Hervorzuheben ist bei dieser Begegnung der chilenischen Gruppe am 19. Lateinamerikafestival, die durch ihre aktive Unterstützung das Event bereichert und zu seinem Erfolg beigetragen haben.

Thematischer Schwerpunkt war das Thema „Migration, Flucht, Integration“, welches schon während der Vorbereitung inhaltlich von der Hamburger Gruppe durch Workshops aufgearbeitet wurde. Das Programm wurde in großen Teilen auf das Thema der Begegnung zugeschnitten. Besonders die Diversität der Gruppe hinsichtlich der Migrationsgeschichten der Teilnehmer*innen half hier einen vielfältigen Blick auf das Thema „Migration“, auch besonders im Bezug zu Hamburg und der Lebensrealität der hier ansässigen Teilnehmer*innen, zu ermöglichen.Innerhalb der dreiwöchigen Begegnung wurde in Workshops das Thema inhaltlich und zunächst zusammen von allen Teilnehmer*innen theoretisch erarbeitet. Dabei wurden auf aktuelle politische und gesellschaftliche Ereignisse in Europa eingegangen und diese mit der Situation in Südamerika und spezielle in Chile zu verglichen. Aufgabe war es zu erarbeiten und darzustellen welche Prozesse und Hintergründe Migration, Flucht und Integration zu Grunde liegen. Es sollte deutlich gemacht werden, dass Migration und Flucht auch rückblickend Bestandteil der Menschheitsgeschichte sind und keine Neuerscheinung des 21 Jh. allerdings auch, wie aktuelle politische Ereignisse und die fortschreitende Globalisierung Einfluss auf diese nehmen. Den Teilnehmer*innen sollte so ermöglicht werden sich mit diesen Themen näher auseinander zu setzen, um ihnen neue Perspektiven auf zu zeigen. Während weiterer Programmpunkte wurden diese Themen immer wieder aufgegriffen, um diese auch in der Praxis erfahrbar zu machen. Die Teilnehmer*Innen sollten sich so in ihrer eigenen gesellschaftlichen Rolle reflektieren können, lernen gesamtgesellschaftliche Prozesse besser zu verstehen und eigene Handlungsmuster zu überdenken.

Einige dieser Programmpunkte umfassten eine kulinarische Weltreise im Stadtteile Ottensen, bei der in verschiedenen Lokalen und Restaurants die Gerichte verschiedenster Länder, die Geschichten der Besitzer und der Speisen erzählt wurden. Des Weiteren wurde Stadtteile wie Wilhelmsburg und das Schanzenviertel besucht und die migratorische Geschichte und aktuellen Zusammenhänge erläutert. Als ein besonderer Programmpunkt war der Besuch bei einer der Hamburger Austauschteilnehmer*innen und ihrer Familie mit iranischer Herkunft, die über ihren Weg und das Ankommen in Deutschland berichtet haben

Auch über die Hamburger Stadtgrenzen hinaus wurde auf das Thema eingegangen. Bei Besuchen in Lüneburg und Bremen wurde auf die Beziehungen zwischen den Hansestädten und migratorischen Bewegungen hingewiesen und deren Spuren durch Stadtführungen verfolgt. Für ein Wochenende ist die gesamte Gruppe aus Hamburger und chilenischen Teilnehmer*innen nach Berlin gefahren, um auch dort das Thema praktisch zu erschließen und tiefer in die deutsche Geschichte, sowie die Vielfalt der Kulturen in Berlin einzusteigen.

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