Besuch vom GIGA-Institut im IJEL

/Zur Vorbereitung auf den diesjährigen Peru-Austausch warim Juli 2016 Almut Schilling-Vacaflor vom GIGA (German Institute of Global and Area Studies) im IJEL zu Besuch. Sie hielt einen Vortrag zum Thema „Indigene Völker und Rohstoffabbau in Peru“.

Zunächst ging es um die Rechte von indigenen Völkern, die Frage wer sich selbst als indigen identifiziert und wer vom Staat aus dieser Gruppe zugeordnet wird. Peru und Mexiko haben laut offizieller Statistik den höchsten prozentualen Anteil an Indigenen in der Bevölkerung in Lateinamerika. Besonders Ressourcenkonflikte zwischen indigenen Gruppen und großen Konzernen sowie dem Staat beschäftigen Wissenschaftler und Menschenrechtler. Auch wenn das Mitspracherecht von Indigenen in internationalen Konventionen festgelegt ist, wird es nicht überall gleich durchgesetzt. Die rechtlich vorgesehene „vorherige Konsultation“ von indigenen Gruppen, z.B. wenn es um Bergbauprojekte geht, wird verkompliziert durch Sprachbarrieren, Isolation der Gruppen oder den Einfluss von Konzernen. Darüber hinaus haben Peru und andere lateinamerikanische Länder nach einem Anstieg des Rohstoffabbaus (z.B. Erdöl, Erdgas, Bergbau) in den 1990er Jahren heute nun zunehmend mit den Folgen zu kämpfen. Neben Umweltverschmutzung und Gesundheitsproblemen der Bevölkerungen in betroffenen Regionen zeichnet sich auch eine Zunahme von sozialen Konflikten ab.

Durch mehr Bürgerbeteiligung und eine bessere Informationspolitik könnte in Zukunft eine Transformation stattfinden, nach der Diskussion mit Frau Schilling-Vacaflor ist unsere Gruppe nun auch besser auf eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen in Peru vorbereitet. Wir bedanken uns für den interessanten Vortrag und freuen uns jetzt noch mehr auf unseren Austausch nach Peru im September!

Peru

Die Peru Gruppe mit Almut Schilling-Vacaflor (5.v.r.)